Sofia - the insider`s guide
Geschichte

6000 v. Chr.

Neolithische Siedlungen auf dem Gebiet des heutigen Bulgarien.

2000 v. Chr.

Thrakische Zivilisationen besiedeln die Region.

8. – 6. Jh. v. Chr.

Die Thraker werden in griechischen Epen erwähnt

46 n. Chr.

Thrakien wird römische Provinz. Die berühmtesten Thraker waren Spartakus, der aus Sandanski im Südwesten Bulgariens stammen soll.

480 

Erster Einfall der Proto-Bulgaren, einem Stamm aus Zentralasien.

5. Jh.

Das Römische Reich fällt nach jahrelangen Kämpfen mit den einfallenden Barbaren-Stämmen der Goten, Vandalen u. a

Ende 5. Jh.

Beginn slawischer Siedlungen

681

Han Asparuch, der Anführer der Protobulgaren, etabliert das erste Bulgarische Königsreich mit der Hauptstadt Pliska. Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung unter König Simeon (893-927)  umspann dieses nicht nur das heutige Bulgarien, sondern auch Serbien, Mazedonien und einen Teil Nord-Griechenlands.

855 or 862-863

Kyrill und Method (von Thessaloniki) erschaffen das erste slawische Alphabet, das Glagolithische, um den Bulgaren eine einheitliche Sprache zu geben und sie bei der Christianisierung zu unterstützen. Das Glagolithische wird später von ihrem Schüler Kliment von Ohrid modifiziert und zu Ehren Kyrills das Kyrillische Alphabet genannt.

861

Boris I. tritt zum Christentum über und christianisiert sein Volk. In der Folge wurden die bulgarischen Könige nach byzantinischer Tradition Zaren genannt oder Cäsaren.

893

Die Hauptstadt wird von Pliska nach Preslav verlegt.

927

Ohrid im heutigen Mazedonien wird Hauptstadt.

1018 – 1187

Bulgarien wird dem Byzantinischen Reich eingegliedert, damit dominiert das Griechische als Schriftsprache über das Bulgarische.

1185

Die Bolgaren-Brüder Peter und Assen führen eine siegreiche Schlacht gegen die Armee des Reiches und schaffen das 2. Bulgarische Zarenreich.

1383-1878

Auf seinem Höhepunkt unter Zar Ivan Assen  erstreckt sich das 2. Bulgarische Zarenreich zur Adria und zur Ägäis, Tarnovo ist seine Hauptstadt

1762

Bulgarien wird Teil des Osmanischen Reiches und damit beginnt das „finstere Zeitalter“ Bulgariens Kulturgeschichte.

1862

Mit der Niederschrift der Slawisch-Bulgarischen Geschichte durch den Priester Paisii beginnt Bulgariens kulturelle Renaissance, bekannt als Epoche der „Nationalen Wiedergeburt“. Es gibt viele Aufstände gegen die osmanischen Besatzer, und es kommt zu vielen Massakern. Die Revolutionäre operieren von Basen außerhalb des Landes und organisieren „Tschetas“ (bewaffnete Banden), um Aufstände anzustacheln.

1876

Der April-Aufstand und das Massaker von Batak bringen Bulgarien die Aufmerksamkeit der Großmächte. Zehntausende Bulgarien wurden in der Rebellion getötet, allein in Plovdiv 15 000. Fast 58 Dörfer wurden vollständig zerstört, in dem Dorf Batak wurden 5 000 Männer, Frauen und Kinder brutal massakriert und verbrannt.

1877

Russland erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg.

3. März 1878

Befreiung Bulgariens von der Osmanischen Fremdherrschaft. Der Vertrag von San Stefano sieht vor, dass Bulgarien seine früheren Territorien einschließlich Mazedonien zurückbekommt.

13 Juli 1878

Mit dem Vertrag von Berlin nehmen die Großmächte Bulgarien 2/3 seiner durch den Vertrag von San Stefano anerkannten territorialen Zugewinne wieder weg. Sie fürchten ein starkes Bulgarien und den wachsenden Einfluss Russlands in Europa und lassen Bulgarien deshalb zweigeteilt, Ost-Rumelien wird weiter von den Osmanen regiert.

1878

Prinz Alexander von Battenberg trifft in Bulgarien ein, um im Alter von 22 Jahren die Regierungsgeschäfte zu übernehmen. Der Berliner Vertrag verlangte von Bulgarien, sich einen europäischen Prinzen zum Regenten zu wählen, dieser durfte kein Familienmitglied einer der herrschenden Dynastien sein und musste vom Sultan anerkannt werden.

1879

Sofia wird Hauptstadt

6 September 1885

Ohne Battenbergs Wissen rufen bulgarische Politiker in Plovdiv die Wiedervereinigung Ost-Rumeliens mit dem Fürstentum Bulgarien aus. Russland und die Großmächte sind wütend über Bulgariens Ungehorsam.

1886

Mit einem Staatsstreich wird Alexander von Battenberg entmachtet. Prinz Ferdinand I. von Sachsen-Coburg-Gotha wird zum Fürsten gewählt.

22 September 1908

Unabhängigkeitserklärung von der Ottomanischen Herrschaft. Fürst Ferdinand wird zum Zaren Ferdinand.

17. October 1912

Erster Balkankrieg. Bulgarien, Serbien und Griechenland kämpfen gemeinsam gegen das Osmanische Reich um Mazedonien.

1913

2. Balkankrieg. Bulgarien wendet sich gegen seine Nachbarn und Verbündeten und versucht, mehr von Mazedoniens Territorium für sich zu gewinnen. Rumänien sucht Nutzen aus Bulgariens Kampf an den Fronten im Süden und attackiert die nordbulgarische Dobrudscha. Durch seine Niederlage gegenüber seinen Kontrahenten Serbien, Griechenland, Türkei und Rumänien büßt Bulgarien an allen Grenzen Gebiete ein.

14 October 1915

Bulgarien verbündet sich mit Deutschland und tritt in den Ersten Weltkrieg ein, es hofft, die verlorenen Territorien wiederzugewinnen.

1918

Ferdinand tritt ab und übergibt den Thron an seinen Sohn Boris.

1919

Mit dem Vertrag von Neuilly verliert Bulgarien Land an Serbien, Griechenland und Rumänien und hat hohe Reparationszahlungen zu leisten.

1918 – 1943

Die Zeit unter Boris III. ist geprägt von Instabilität.

1941

Bulgarien tritt an der Seite der Achsenmächte in den 2. Weltkrieg ein.

1943

Zar Boris stirbt und sein sechsjähriger Sohn Simeon wird Zar.

9 September 1944

Die Sowjetische Armee übernimmt die Kontrolle in Sofia, nachdem sie Bulgarien am 5. September den  Krieg erklärt hat. Die Hauptstadt wird von Partisanen gestürmt, die zusammen mit der Vaterländischen Front einen Staatsstreich unternehmen die Regierung und die Monarchie stürzen. Ab diesem Zeitpunkt wird die Opposition bis 1947 schrittweise eliminiert.

15 September 1946

Die Volksrepublik Bulgarien wird ausgerufen, nachdem 92% der Bevölkerung in einem Referendum für die Republik votiert haben. Der neun Jahre alte Zar Simeon und seine Familie verlassen Bulgarien und gehen ins Exil.

November 1946

Georgi Dimitrov wird Ministerpräsident.

December 1948

Der 5. Kongress der Kommunistischen Partei Bulgariens (BKP) beschließt ein Sowjet-Model zur künftigen Entwicklung des Landes.

1949

Bulgarien wird Gründungsmitglied des Rats für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW).  Georgi Dimitrov stirbt, sein Amt übernimmt Vulko Tschervenkov, ein eiserner Stalinist, der das Land grausam regiert und von der nicht-sozialistischen Welt isoliert.

1950

Juden, Armenier und Türken emigrieren in großer Zahl.

1954

Todor Schivkov wird zum Ersten Sekretär des Zentralkomitees der BKP gewählt.

1956

In der Folge der in der Sowjetunion verkündeten Entstalinisierung wird Tschervenkov zum Rücktritt gezwungen.

1985

Beginn einer umstrittenen Kampagne, durch die die bulgarischen Türken zur Annahme bulgarischer Namen gezwungen werden sollen. Beim Widerstand dagegen verlieren mindestens fünfzig Menschen ihr Leben. 1989 wird tausenden Türken „erlaubt“, das Land über die türkische Grenze zu verlassen.

10 November 1989

Am Tag nach dem Fall der Berliner Mauer wird Todor Shivkov von seiner eigenen Partei gestürzt und durch Peter Mladenov, einen anderen Kommunisten, ersetzt.

18 November 1989

Die Union Demokratischer Kräfte (UDK) wird aus sechzehn oppositionellen politischen Organisationen gebildet.

January 1990

Andrej Lukanov, Mitglied des früheren Zentralkomitees der BKP,  wird zum Ministerpräsidenten ernannt.

October 1991

Die UDK gewinnt die ersten freien Wahlen Bulgariens und stellt mit Filip Dimitrov den Ministerpräsidenten.  Der muß aber bald zugunsten Ljuben Berovs zurücktreten. 

December 1994

Die aus der BKP hervorgegangen Bulgarische Sozialistische Partei (BSP) gewinnt die Wahlen, Jean Videnov wird Ministerpräsident.

1996

Hyperinflation mit Preissteigerungen von bis zu 597% erschüttert das Land.

January 1997

Von Unruhen begleitete Massenproteste gegen die Regierung in den Straßen Sofias, Angriffe auf das Parlament und Streiks zwingen die sozialistische Regierung am 4. Februar 1997 zum Rücktritt. Stefan Sofianski (später Bürgermeister von Sofia) wird Ministerpräsident einer Übergangsregierung.

April 1997

Die von Ivan Kostov angeführte UDK gewinnt die Parlamentswahlen, es beginnt die Zeit relativer Stabilität. Durch die Vereinbarung eines Währungsrats mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) wird das Währungssystem gestützt.

27. August1999

Georgi Dimitrovs Mausoleum wird abgerissen.

Juni 2001

Allgemeine Ungläubigkeit herrscht, als der zwei Monate zuvor ins Land gekommene Simeon von Sachsen-Coburg-Gotha mit seiner neu formierten Partei die Mehrheit bei den Parlamentswahlen gewinnt.

November 2002

Bulgarien erhält die Einladung, 2004 der NATO beizutreten.

December 2002

Bulgarien erhält einen Zeitplan für den Beitritt zur Europäischen Union (EU).

April 2004 

Bulgarien wird Vollmitglied der NATO.

April 2005

Bulgarien unterzeichnet in Luxemburg den Beitrittsvertrag zur EU.

August 2005

Eine von dem Sozialisten Sergej Stanischev geführte Regierungskoalition aus Sozialisten, Zarenpartei (NBS II) und der türkisch orientierten Bewegung für Rechte und Freiheiten (BRF) löst das Kabinett Sakskoburggotski ab.

January 2007

Bulgarien wird ordentliches Mitglied der Europäischen Union.


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